Fortbildung: Motivational Interviewing – Wie motiviere ich „unmotivierte“ Patienten?


Termin Details

Dieser Termin läuft vom 18 Januar 2018 bis 16 Februar 2018 und findet das nächste Mal am 18. Januar 2018 9:00 statt.


freiburg-92462Motivational Interviewing (MI) ist ein zugleich patientenzentriertes und direktives Verfahren. Die Patienten werden nicht »überzeugt« oder zu etwas überredet, sondern vielmehr zu einem so genannten Change Talk – einem lauten Nachdenken über Veränderung – ermutigt (Möchte ich etwas verändern? Traue ich mir das zu? Warum sollte ich vielleicht etwas verändern? etc.). Veränderung soll nicht verordnet, sondern vielmehr in gegenseitigem Einvernehmen – auf Augenhöhe – vereinbart und vorbereitet werden. So wird der Patient zum Fürsprecher einer Veränderung und nicht genötigt, seine »Laster« oder »schlechten Gewohnheiten« zu verteidigen.

Da auf jegliche Konfrontation verzichtet wird, profitieren insbesondere »unmotivierte« und »schwierige« Patienten von einer Behandlung, die den von Miller und Rollnick (2013) formulierten Prinzipien entspricht: Die Vorbehalte und Einwände des Patienten werden aufgegriffen, unfruchtbare Auseinandersetzungen vermieden und Widerstände minimiert.

MI wurde zunächst in Abgrenzung zu herkömmlichen – oftmals konfrontativen –Methoden der Behandlung alkoholabhängiger Patienten entwickelt. In den vergangenen Jahren wurde der Anwendungsbereich jedoch zunehmend erweitert: Verhaltensmedizin (z. B. Adipositas, Diabetes, Tabakabhänggkeit), Psychotherapie (z. B. Essstörungen, Störungen im Kindes- und Jugendalter), Soziale Arbeit (z. B. Bewährungshilfe, Strafvollzug, Wohnungslosenhilfe) oder Zahnmedizin (Dentalhygiene). Verschiedene Adaptationen haben zudem die Anwendung im Rahmen der medizinischen Basisversorgung ermöglicht.

Inhalte der Schulung

  • Assessment und Feedback (DOs and DONTs),
  • Deeskalation und Reaktion auf Widerstand (Coping with Resistance),
  • Empathie (Reflective Listening: Simple vs. Complex Reflections),
  • Eröffnung und Abschluss des Gesprächs (Agenda Mapping etc.),
  • Förderung der Veränderungsbereitschaft (Change Talk, DARN-C etc.),
  • Förderung der Zuversicht (Confidence Talk),
  • Körpersprache und non-verbale Kommunikation,
  • OARS (open-ended questions, affirmations, reflective listening, summaries),
  • theoretische Grundlagen und aktueller Stand der Forschung,
  • Ziele und Werte (Value Card Sorting etc.)

Methoden

Auswertung von Audioaufzeichnungen, Auswertung von Transkripten, Gruppenübungen, Life- und Videodemonstrationen, Referate, Rollenspiele

Zielgruppe

Ärztinnen/Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter/-innen; Therapeuten/-innen und Interessierte

Referent

PD Dr. rer. nat. Ralf Demmel, Dipl.-Psych. Psychologischer Psychotherapeut Leitender Therapeut, v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

Termine

Vier Termine:
18. und 19. Januar 2018
sowie 15. und 16. Februar 2018
jeweils 9 bis 17 Uhr

Kosten

620 Euro
Bitte begleichen Sie den Rechnungsbetrag nach Erhalt der Rechnung.

Veranstalter

Veranstalter und Veranstaltungsort ist das
LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum (FWZ) in Warstein.

Anmeldung

Eine Anmeldung ist erforderlich und online möglich:

Persönliche Daten

Rechnungsempfänger

Ich bin Mitarbeiter/-in der LWL-Kliniken Lippstadt/Warstein (Fortbildungsantrag ist gestellt.)Ich bin externe/-r Teilnehmer/-in. Die Teilnahmegebühr wird von meinem Arbeitgeber getragen.Ich bin Selbstzahler. Die Teilnehmergebühr trage ich selbst.Die Fortbildung wird gefördert (z. B. NRW-Bildungsscheck). Nachweis dazu wird im Original vorgelegt. Es gelten die jeweiligen Bestimmungen.

Details zur Veranstaltung