Fortbildung: Das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG)


Termin Details


teilhabe-pixabay-basketball-102377_960_720Mit dem BTHG soll die Eingliederungshilfe für Menschen mit körperlichen, seelischen, geistigen Behinderungen oder Sinnesbeeinträchtigungen in bisheriger Form zugunsten eines modernen Teilhaberechts abgelöst werden.
Das Bundesteilhabegesetz deckt dabei eine Fülle an Themen ab – vom Behinderungsbegriff, der trägerübergreifenden personenzentrierten Bedarfsermittlung und Hilfeplanung, der Trennung von (behinderungsbedingten) Fach- und existenzsichernden Leistungen, der verbesserten Teilhabe am Arbeitsleben und medizinischen Rehabilitation bis hin zu generellen Maßnahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, etwa die Stärkung der Selbstbestimmung, die verbesserte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und eine vermehrte Barrierefreiheit.

Zudem soll der Ausbau der Steuerungsmacht der Sozialhilfeträger im Leistungs- und Vertragsrecht gestärkt und möglichst eine Verminderung der Ausgabendynamik bei den Kosten der Eingliederungshilfe erreicht werden. Die Trennung der Kosten für die Fachleistung von denen zum Lebensunterhalt und Wohnen führen zu Strukturveränderungen in stationären Einrichtungen. Mit der Vorrangigkeit der Versicherungsleistungen der Pflegekassen entstehen erhebliche Einschnitte und Verschiebungen im Bereich der Fachleistungsstunden im Einzelfall und in Wohngruppen. Zudem werden neue Dienstleistungen und Leistungsanbieter den Dienstleistungsmarkt verändern.
Die Fachveranstaltung wird das Gesetz sowie die (wesentlichen) vorliegenden Materialien vorstellen und im Kontext der gesetzten Ziele, insbesondere von Selbstbestimmung und Teilhabe erörtern. Dabei werden auch die Beziehungen zu anderen, zum Teil überschneidenden Regelungssystemen wie dem SGB IX, der Jugendhilfe und der Pflege mit einbezogen.

Inhalte

  1. BTHG: Ziele und Grundsätze
  2. BTHG: Auswirkungen auf flankierende Gesetzestexte, Leistungsgesetze
  3. Neue Definitionen von Behinderungs- und Pflegebedürftigkeit
  4. Definition und Bedeutung von Teilhabe und Sozialraumorientierung
  5. Vorrangprinzip der Pflegeversicherungsleistungen im BTHG
    • Auswirkungen der Pflegereform (PSG II) auf die Eingliederungshilfe
    • Sozialräumliche soziale Arbeit durch Verzahnung der Leistungen der Pflegeversicherung und denen aus dem BTHG
  6. Personenzentrierung: Abschied von noch getrennten ambulanten, teilstationären und stationären Finanzstrukturen
  7. Personenzentrierung: pädagogische, unterstützende, sozialräumliche Fachleistung
    • inhaltliche und strukturelle Auswirkungen auf die Fachleistungsstunde
    • Auswirkungen auf stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, der Arbeit, der Bildung
    • Aufgaben und Verantwortlichkeiten für die Leistungserbringer
  8. Trennung der Leistungen von Unterkunft und Verpflegung von der Fachleistung im stationären Bereich und Auswirkungen auf:
    • Herauslösung der Unterkunftsleistung
      aus der Eingliederungshilfe
    • Neuregelungen im Bereich Unterkunft und Verpflegung
    • Auswirkungen auf das einzusetzende Personal
    • Auswirkungen auf Bund, Länder und Gemeinden
    • Auswirkungen auf die Steuerungsfähigkeit der Eingliederungshilfe
  9. Auswirkungen der Neufassung des Leistungsrechts auf:
    • Regelungen für Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohte Menschen: Prävention, Bedarfserkennung, Koordinierung der Leistungen, Leistungsformen, Beratung, Qualitätssicherung und Verträge, Leistungen zur Reha, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und neue Leistungserbringer, unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen, Leistungen zur Teilhabe an Bildung, Soziale Teilhabe
    • besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung für Menschen mit Behinderung: Grundsätze der Leistungen, medizinische Reha, Teilhabe am Arbeitsleben, Teilhabe an Bildung, Gesamtplanung, Vertragsrecht, Einkommen und Vermögen, Übergangsregelungen
    • Steuerungsmöglichkeiten, Prüfrechte und Möglichkeiten der Kürzung bei Nichterfüllen durch den Sozialhilfeträger

Zielgruppe

Fach- und Führungskräfte in der Eingliederungshilfe, Beratungsstellen, gesetzlichen Betreuung, Familienunterstützenden Diensten, Pflegediensten

Referentin

Dr. Ursula Pitzner
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin

Termin

4. Mai 2017
9 bis 16 Uhr

Kosten

125 Euro
Bitte begleichen Sie den Rechnungsbetrag nach Erhalt der Rechnung.

Veranstalter

Veranstalter und Veranstaltungsort ist das
LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum (FWZ) in Warstein.

Anmeldung

Eine Anmeldung ist erforderlich und online möglich:

Persönliche Daten

Rechnungsempfänger

Ich bin Mitarbeiter/-in der LWL-Kliniken Lippstadt/Warstein (Fortbildungsantrag ist gestellt.)Ich bin externe/-r Teilnehmer/-in. Die Teilnahmegebühr wird von meinem Arbeitgeber getragen.Ich bin Selbstzahler. Die Teilnehmergebühr trage ich selbst.Die Fortbildung wird gefördert (z. B. NRW-Bildungsscheck). Nachweis dazu wird im Original vorgelegt. Es gelten die jeweiligen Bestimmungen.

Details zur Veranstaltung